Tumblinger 27 & 29: Kein böser Wille, nur Leerstandslistenreduktionsaktion(ismus)

Entwarnung: Kein vorauseilender Gehorsam, keine ersten Opfer des Volkstheaters, “nur” ein Behördenakt: Der Antrag auf Erteilung eines Negativattestes.

Das Ganze ist ein ziemlich komplizierter Sachverhalt und wurde durch den Leiter der Markthallen, Boris Schwartz, deutlich gemacht:

  • In beiden Gebäuden mit insgesamt 6 Einheiten stehen 2 Einheiten leer. Die Sanierung würde einen 6-stelligen Betrag erfordern, die Nutzungsdauer ist durch die Überplanung des Viehhofgeländes eher kurz angelegt und damit wird’s unwirtschaftlich.
  • Das Gelände ist als gemeindlicher Gewerbebedarf eingestuft und somit ist formal keine Wohnnutzung erlaubt.
  • Eine Umnutzung würde einen Bauantrag erfordern, zu welchem auch ein Brandschutzgutachten und eine Statik erforderlich sind, die bei dem Bestand ggfs. weitere Kosten verursachen würden; im schlimmsten Fall würden die Gebäude theoretisch als nicht bewohnbar eingestuft.
  • So hat man sich entschlossen, ein Negativattest zu erlangen, damit eine Wohnnutzung formal nicht möglich ist. Die aktuellen Mieter würden jedoch weiterhin geduldet.

Das Ansinnen wurde vom Unterausschuss einstimmig zurückgewiesen, würde es doch ein fatales Signal für zukünftige Anträge darstellen. Ausserdem wurde formal kein Ersatzwohnraum angeboten. Gleichzeitg wurde ein Appell zum Schutz der Mieter verabschiedet.

Pikant an der Sache: die zeitliche Nähe des Antrags auf Negativattest zur (wieder mal abgesagten) Stadtratsentscheidung zum Standort des Volkstheaters. Da musste man davon ausgehen, dass schon die Voraussetzungen für eine schnelle Erledigung des Themas “Standort Volkstheater” geschaffen werden sollten.

Aber Gottseidank ist es nicht der Fall: Es soll “nur” die monatliche Leerstandsliste für den OB aufgehübscht werden.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.