Bahnwärter Thiel kommt in den Viehhof

mit einem interessanten Konzept aus Lesungen, Theater, Tanzabenden, Kino, Konzerten, Clubnächten und Flohmarkt in einer deutlich vergrößerten Variante: Neben dem bekannten Schienenbus werden 3 ausrangierte Münchner U-Bahn-Waggons aufgestellt und der bekannte Dreiecksbau von ca. 200 m² plus Nebenräumen. Etwa 50 große Seecontainer werden aufgestapelt und sollen als Büros und Ateliers genutzt werden.

Die so harmlos als Clubnächte bezeichneten Veranstaltungen könnten bis zu 2000 Partygänger anziehen [UPDATE aus der BA-Sitzung vom 24.10.: Nur während des Weihnachtsbasars sollen diese 2000 Besucher zu erwarten sein, sonst sind’s wohl nur ein paar hundert Hardcore Partygänger] und die Nächte werden wohl bis zum Morgengrauen gehen. Im München Wiki ist nicht nur zu lesen, dass der Club mit einem Munich Nightlife Award ausgezeichnet wurde, sondern dass auch noch eine Diskokugel an einem Kran in luftiger Höhe die Besucher anziehen soll. [UPDATE 24.10.: Da hat München Wiki wohl geflunkert oder Herr Hahn socialmediamässig etwas dick aufgetragen. Der Kran soll nur ca. 10 m hoch sein. Von der MS Utting aus dürfte er aber sichtbar sein.]

Fast das gesamte Gelände an den Entladerampen des Viehhofes wurde vom Kommunalreferat für 5 Jahre an den Veranstalter vermietet.  Aktuell liegt der Lokalbaukommission ein Bauantrag vor, der auch den Stadtteilpolitikern des Bezirksausschusses (BA) zugeleitet wurde.

Ein Schallschutzgutachten und das Sicherheitskonzept lagen bei der Behandlung im zuständigen Unterausschuss (UA) noch nicht vor, wurden aber auf Druck einiger UA-Mitglieder angefordert; “vetraulich”, wie der BA-Vorsitzende hinzufügte.

O.k. Es sollen also die Anwohner betreffende Informationen zurückgehalten werden. “Sind ja eh’ nur Querulanten”,  scheint man sich zu sagen und macht sich mehrheitlich zum willfährigen Instrument eines bestimmten Veranstalters und der “urbanen Nachtökonomie”. Zugleich bereitet man schon eine neue Feierbanane vor, die sich vom Viehhof über die Thalkirchner Str. bis zur MS Utting ziehen wird. Bezeichnenderweise befindet sich in unmittelbarer Nähe die Bananenreifungsanlage…

Die MS Utting ist schon da und ankert auf der Eisenbahnbrücke über die Lagerhausstr.

Auch hier stehen Lesungen und allerlei schöne kulturelle Themen im Konzept. Tatsächlich wird auch dieses Projekt bis in die frühen Morgenstunden als Club betrieben werden; mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen für die bereits jetzt geplagten Anwohner.
Hier könnten weitere hunderte Feierwütige angezogen werden.

Die räumliche Nähe der beiden Locations gibt zu größten Bedenken Anlass

Zu hoffen ist, dass tatsächlich auch der umständliche Weg über die Straße benutzt wird, und nicht der stark befahrene Gleiskörper.

Das Schicksal von Tobias Thiel in der Romanvorlage von Gerhart Hauptmann sollte sich nämlich nicht wiederholen.

 

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