…Stimmen zum Neubau

 

Stimmen gibt’s immer viele. Laut, leise, mit Substanz oder nur blabla.
“Jede Veränderung, die keine Verbesserung ist, ist eine Verschlechterung.”
(Adolf Loos)

 

Hier möchten wir Ihnen einige Meinungen vorstellen und wollen versuchen, Ihnen einen Überblick über dieses kontrovers dikutierte Thema zu geben (die verlinkten Seiten öffnen sich in einem neuen Fenster) :

 

Auch in der letzten Bürgerversammlung war das Rodenstock-Gelände ein Aufregerthema. Die Bürgeranträge können Sie im Rathaus Informationssystem nachlesen. Dort wählen Sie in der aktuellen Wahlperiode den Bezirksausschuss 02 aus und starten die Suche. Voilà. 

 

“Arbeitet München zu wenig an seinem Gesicht?” fragt  Henning Biermann in seinem Beitrag “Schönes neues München” im Archiv des Magazins Capriccio des Bayerischen Fernsehens vom 21. Oktober 2010 und spricht uns damit aus dem Herzen. “Und jetzt ist an der Isar ein wunderbares, großes Stadtgrundstück freigeworden: das Rodenstockareal, nachdem der Brillenfabrikant umzog. Wohnungen, Gewerbeflächen und ein Kindergarten sollen hier entstehen. Blockrandbebauung um einen großen Innenhof. Architektonisch eher uninteressant – das Ganze könnte so ähnlich überall stehen.” (Leider steht das ganze Video nicht mehr in der BR-Mediathek zur Verfügung.)

In der Presse gibt es einiges zum Thema zu lesen. Hier eine Auswahl an Presseartikeln.

Einer der kürzesten: Das Münchner Forum schreibt in seiner Online Publikation Standpunkte 10 2010 auf Seite 10:  “Diese Schnorrerarchitektur hat in München viele Vorbilder – man wirbt mit der Lebendigkeit des Stadtviertels, trägt jedoch selbst kaum dazu bei.” [Unser Kommentar: Gleichzeitig erschlägt man diese Lebendigkeit mit einer monströsen Beliebigkeitsarchitektur.]

Die aktuelle Berichterstattung:

Zu unserer Informations- und Diskussionsveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Münchner Forum am 14. 04. schreibt Renate Winkler-Schlang in der SZ vom 16. April auf Seite 53.
Sachlich und informativ zu bleiben bei einer Bebauung, die “schlecht integrierbare, zu glatte, zu monotone, zu hohe Fremdkörper werden könnten”, war sicher nicht einfach, ist aber durchaus gelungen.
“Kritik üben die Bürger nach wie vor an der Höhe der Bauten.” lesen wir und können dem nur zustimmen. “Der Architekt erklärte, man dürfe nicht die Stockwerke zählen, sieben Stock Altbau seien so hoch wie acht im Neubau. [Unser Kommentar: das Eckhaus, auf das sich seitens der Baywobau bezogen wird, hat 5 Geschosse plus Dachgeschoss.] Gerade am Roecklplatz brauche man diese Höhe, denn nur so könne er den gewünschten Eindruck eines ‘schlanken’ Baukörpers erzielen. Die Bürger konnten es nicht nachvollziehen, bemängelten das ‘Klotzige’ im oberen Teil.”
Der Geschäftsführer der Baywobau sagte, man “wolle sich für neue Bäume einsetzen und vor allem die Fassaden der Neubauten qualitätvoll gestalten. Die ersten Pläne und Simulationen seien nicht die endgültigen Lösungen”.
Ein sogenanntes “hohes Baurecht” von dem Herr Uhmann vom Planungsreferat sprach ist das eine, eine verträgliche Gestaltung das andere. Pfarrer Schießler fomulierte es so: “Die beste Jury sind die Bürger. Bauen Sie so, dass am Ende alle gemeinsam ein Fest feiern können.”

In der SZ vom 09. 03.2011 berichtet Sebastian Krass davon, daß der Investor einlenken will. Man wolle der entstandenen Unruhe entgegenwirken und wird aus diesem Grunde einen Informationsabend veranstalten, zu dem interessierte Anwohner per Hauswurfsendung eingeladen werden. Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher wird zitiert: Es sei ‘erfreulich, dass sich ein bisschen was tut und dass die Baywobau aus ihrer Sicht die Vorteile des Projekte vorstellen…will’. Zu große Erwartungen werden jedoch gedämpft – es werde keine Neuplanung geben. Mittlerweile ist auch nur noch von ‘etwa 280 Wohnungen’ die Rede, die im ‘gehobenen Preissegment’ entstehen sollen. Der Artikel endet mit dem Hinweis auf die geplante Podiumsdiskussion des Münchner Forums am 14. April.

In der Süddeutschen Zeitung vom 12. 02. 2011 lesen wir in dem Artikel von Sebastian Krass von einem gewaltigen Groll, den die Baywobau hegt, weil sie nicht eingeladen wurden… Natürlich wird von der Baywobau versucht, uns klein zu halten: Von einer kleinen Gemeinde, die Propaganda macht ist nun die Rede. Vielleicht gelingt Herrn Hofmann (Baywobau) ja eines Tages der Brückenschlag von einer “Fraktion” über Sektiererei (Gemeinde) in die Wirklichkeit: Wir sind einfach nur engagierte Bürger.
Doch zurück zum Abend: Die Idee einer Verlagerung des Bachbettes an die Isartalstraße wurde ausgiebig diskutiert. Auch wenn in dem Artikel der Eindruck entstehen könnte, das sei nicht so gemeint: Diese Idee hat durchaus einen gewissen Charme!

“Schöne teure Heimat” titelt Sebastian Krass in der SZ vom 01. 02. 2011 und hebt damit hervor, was auch uns wichtig ist: Die Schönheit dieses Viertels und das, was es vielen von uns geworden ist. Heimat. Am Beispiel unseres Petenten Ecco Meineke wird die Veränderung, die das Viertel erfahren hat und die Wohnungssituation, die sich durch Aufwertungstendenzen noch verschlimmert, festgemacht. Die fast dörfliche Struktur, die es in unserem Viertel gibt, “bildet einen fruchtbaren Boden für den Protest, der sich seit zwei, drei Wochen formiert – in dieser Form übrigens zum ersten Mal in München.” Baywobau sagt, sie sei ‘für die Zentrifugation des Viertels nicht verantwortlich.’ [Unser Kommentar: Vertreibung der angestammten Wohnbevölkerung ist in diesem Zusammenhang gar nicht das Thema: Das haben die Spekulanten am Roecklplatz, in der Isartal- und Dreimühlenstraße schon erledigt. Allein der technische Begriff der Zentrifugation ist in unseren Augen menschenverachtend. – Hier handelt es sich aber um eine völlig andere Situation, nämlich gänzlich neuen Wohnraum, der Leute von aussen anzieht: Kapillarwirkung wäre als Begriff passender, Herr Hofmann.] Weiter geht’s im Text “In der Tat, wenn seine Firma das Grundstück nicht gekauft hätte, wäre jemand anderes zum Zug gekommen und hätte wegen des hohen Grundstückpreises ähnlich hochwertig bauen müssen, um Profit herauszuschlagen.” [Unser Kommentar: Ob die Bebauung tatsächlich so hochwertig wird, sei noch dahingestellt. In jedem Fall wird sie hoch, für unseren Geschmack zu hoch. ] Stadtrat Paul Bickelbacher von den Grünen, der mit seiner Familie im Viertel wohnt, will vermitteln und ästhetische Fragen erneut  thematisieren. Denn den achtstöckigen Bau am Roecklplatz, an dem sich die Proteste entzünden, hält auch er ‘immer noch für überarbeitungsbedürftig’. Außerdem sollte man künftig, so Bickelbacher, vergleichbar große Projekte per Bebauungsplan anleiern, ‘damit die Bürger mehr Mitsprache bekommen. Aber dafür ist es jetzt zu spät’. Diese Aussage bezieht sich auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes, nicht auf Einflussmöglichkeiten für betroffene Bürger.

Zuvor schrieb Sebastian Krass unter dem Titel “Bürger warnen vor “Rodenstock 21″
in der Süddeutschen Zeitung vom 27. 01. 2011 über unsere Bedenken und Forderungen sowie über die Reaktionen des Investors Baywobau. Silvia Haas wird mit den Worten zitiert ” Auch wir wollen eine Bebauung. Aber ich kann nicht zusehen, wie mein Viertel so verschandelt wird.”.  Zum Stand des Verfahrens heisst es, dass nunmehr ein modifizierter Entwurf vorliege und dass noch kein Bauantrag eingereicht sei. Das solle in den nächsten Wochen erfolgen. Man sei persönlich sauer darüber, dass eine “kleine Fraktion versucht, mit unsachlichen Argumenten, die an der Realität vorbeigehen, Stimmung zu machen.” [Unser Kommentar: Wir nun mal emotional und drücken unsere und die Gefühle vieler Nachbarn und Bürger aus. Und schauen Sie selbst, wie sachlich der Investor für sein Projekt Zwergerl’s Garten wirbt.]  Zur Forderung, den Komplex weiter von der Straße weg zu setzten, sagt Baywobau-Chef Hofmann: ‘Wir müssen den Bauraum ausnutzen, etwas anderes hat es in der Stadtentwicklung noch nie gegeben.’ [Unser Kommentar: Dann wird’s aber höchste Zeit!]  “Zugleich aber nimmt die Initiative Bezug auf die Proteste in Stuttgart, indem sie an den Kopf ihrer Internetseite ein Logo mit der Losung ‘Rodenstock21′ stellt und ein ‘Wutbürger-Forum’ eingerichtet hat. ‘Wir wollen nicht nur streicheln, sondern auch Aufmerksamkeit erreichen’, erklärt Haas diesen Widerspruch. Projektleiter Holzner sieht aber ohnehin keinen Gesprächsbedarf. ‘Wir werden weiter mit der Stadt und dem Bezirksausschuss arbeiten.’ Doch da wird er auch auf Silvia Haas treffen.”

 

 

 

 

 

 

“Hallo München” berichtet über unsere Bedenken. Artikel vom 03.11.2010 sowie vom 05.01.2011.
(Mit freundlicher Genehmigung des Verlages)

 

Unter dem Titel “Berliner Wohnideen im Münchner Dreimühlenviertel” berichtet der Merkur in seiner Online-Ausgabe von dem Projekt. Lesen Sie hier den Artikel.
(Seite zuletzt besucht am 20.01.2011)

 

In der tz liest man online in der Bildunterschrift: “So soll der neue Luxus-Wohnblock an der Auenstraße aussehen.” Lesen Sie hier den Artikel.
(Seite zuletzt besucht am 20.01.2011)

 

Die Abendzeitung berichtet in ihrer Online-Ausgabe von der Präsentation der Entwürfe. Wie steht es so schön in der Bildunterschrift: “Nicht wieder zu erkennen…” In der Tat! Lesen Sie hier den Artikel.
(Seite zuletzt besucht am 20.01.2011)

 

Auch im Wochenanzeiger München gibt es einen Artikel, der von einem “homogenen Quartier” berichtet. Nun, uns fallen einige weitere “homogene Quartiere” ein, der Financial District in Manhatten oder auch die Taunusanlage in Frankfurt mit ihren Bankentürmen. Lesen Sie hier den Artikel.
(Seite zuletzt besucht am 20.01.2011)

In der Rubrik “Mieten & Kaufen” lesen wir in der Abendzeitung davon, wie schön das Projekt von dem Investor dargestellt wird. Bemerkenswert: Bei dem Vorhaben handele es sich um “… ein lebendiges Wohnquartier mit hoher Lebensqualität. Zu letzterer tragen auch die Nähe zur Isar und zu öffentlichem Grün bei.” Schau an! Ist ja schon alles schön grün. Lesen Sie hier den Artikel, auf den auch von den Seiten der Ortner & Ortner Baukunst verlinkt wird (?!).
(Seite zuletzt besucht am 20.01.2011)

Natürlich hat auch die Süddeutsche Zeitung berichtet. Von der Vorstellung des Projektes bis hin zu der Bürgerversammlung. Leider können wir Ihnen diese Artikel hier nicht präsentieren.

Wir möchten aber auch den Investor zu Wort kommen lassen. Die Baywobau, als familiengeführtes Unternehmen mit der Erfahrung von unzähligen Wiederverkäufen (eigene Angaben), schreibt in ihrer Pressemitteilung u.a. von einem “überzeugenden Architekturkonzept. … Der Entwurf überzeugt durch seine Harmonie aus Städtebau, Architektur und Freiflächen, mit dem er dem hohen Anspruch an Wohn- und Lebensqualität gerecht wird.” Dass sich das neue Quartier harmonisch in die Umgebung einfügt, versteht sich bei all den Marketing-Sprechblasen fast von selbst.